• 21.03.2018
  • 10:51 Uhr

Nach Schulmassaker in Florida – Pflegemutter des Attentäters spricht

Die Polizei hätte den Amoklauf Anfang Februar mit 17 Toten offenbar verhindern können.

New York: Rocxanne Deschamps weint bei einer Pressekonferenz.

Roxanne Deschamps weint vor wenigen Stunden vor Journalisten. Diese Tragödie hätte so niemals passieren müssen und dürfen, macht sie vor laufenden Kameras klar. Denn laut Deschamps war Nikolas Cruz (19), der am 14. Februar siebzehn Menschen in einer Highschool in Parkland im US-Bundesstaat Florida erschoss, schon länger auffällig.

„Ich habe alles getan, was ich konnte, um die Polizei davor zu warnen, was da passieren könnte“, sagte Roxanne Deschamps. „Ich wollte auch Nikolas vor sich selbst schützen.“

Deschamps lernte Nikolas, seinen Bruder Zackary und Mutter Lydia vor gut zehn Jahren kennen. Sie waren Nachbarn, freundeten sich an. Schon damals habe es Waffen im Haus der Familie Cruz gegeben, erzählte sie am Abend. Die habe Nikolas schon früher hin und wieder seiner alleinerziehenden Mutter und auch seinem Bruder an den Kopf gehalten.

Als Mutter Lydia im Oktober 2016 an einer Lungenentzündung verstarb, zogen die beiden Jungs zu Roxanne Deschamps. Sie hatte vor der Tragödie versprochen, sich um die zwei zu kümmern. Die Waffen wollte sie aber nicht in ihrem Haus haben. Nikolas musste sie vor Einzug abgeben.

Danach lebte der 19-Jährige zwar nur einen Monat bei Deschamps, doch in der Zeit rief sie, laut eigener Aussage, drei Mal die Polizei. Nikolas hatte sich eine neue Waffe besorgt. Außerdem kam er mit ihrem Sohn nicht klar, griff ihn an. Nikolas Cruz war depressiv, nahm aber wohl seine Medikamente nicht.

„Aber die Polizei sagte mir, dass sie nichts machen könne“, so Roxanne Deschamps.

Sie warf Nikolas Cruz schließlich aus ihrem Haus. „Ich habe ihm gesagt, dass er sich zwischen uns und seiner neuen Waffe entscheiden muss. Er hat sich für die Waffe entschieden.“

Der 19-Jährige kam bei Freunden unter. Die habe Deschamps ebenfalls vor ihm gewarnt. Doch auch sie konnten Cruz scheinbar nicht davon abhalten, in seine alte Schule zu gehen und Schüler und Lehrer eiskalt zu erschießen.

Bruder fühlt sich mitschuldig

Sein Bruder Zackary war am Montag festgenommen worden, weil er unerlaubt auf das noch abgesperrte Schulgelände ging. Angeblich wollte er die Tat seines Bruders nachvollziehen. Im Polizei-Bericht hieß es anschließend: Zachary wünsche sich, dass er netter zu seinem Bruder gewesen wäre. Er fühle sich mitschuldig, weil er Nikolas früher auch gemobbt habe.

Amokschütze Nikolas Cruz steht bereits vor Gericht. Ihm droht die Todesstrafe.

  • 12.03.2018
  • 09:06 Uhr

USA: Lehrer sollen Waffentraining erhalten

Mögliche Amokläufe sollen so in Zukunft verhindert werden.

Unter den Pädagogen stößt die Maßnahme auf Ablehnung.

Zukünftig sollen Lehrer und andere Schulangestellte an US-Schulen Waffentraining bekommen. Das Weiße Haus versprach dafür Zuschüsse zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen potenzielle Waffenkäufer Hintergrundchecks durchlaufen.

Die Schusswaffen-Trainings seien laut US-Bildungsministerin Betsy DeVos Teil eines „pragmatischen Plans, um die Sicherheit an Schulen drastisch zu erhöhen“. Demnach sollen „besonders geeignete Freiwillige“ im Waffengebrauch ausgebildet werden.  Der Vorschlag stößt vor allem bei Pädagogen auf breite Ablehnung.

Doch keine schärferen Waffengesetze?

US-Präsident Trump rückte währenddessen von einer Verschärfung der Waffengesetze ab. Eigentlich hatte er als Reaktion auf das Schulmassaker von Parkland vom Kongress ein umfassenderes Gesetz gefordert. Dies sollte unter anderem eine Erhöhung der Altersgrenze für den Kauf bestimmter Waffen von 18 auf 21 Jahre vorsehen. Jetzt soll genau dieser Vorschlag erstmal von einer Kommission unter Leitung von Bildungsministerin Betsy DeVos geprüft werden.

Außerdem soll eine Datenbank ausgebaut werden, in der Menschen erfasst sind, die keine Waffen kaufen dürfen, sagten Regierungsvertreter vor Journalisten im Weißen Haus.

Der Amoklauf in Florida am 14. Februar mit 17 Toten, hatte die Debatte über schärfere Waffengesetze in den USA erneut angeheizt.

  • 22.02.2018
  • 16:24 Uhr

Parkland-Massaker: „Bewaffnete Lehrer könnten mögliche Täter abschrecken“

Doch statt mit schärferen Waffengesetzen sympathisiert der US-Präsident vor allem mit einer Maßnahme: Mehr Sicherheit durch mehr Waffen!

Es war einer der bewegendsten Momente im weißen Haus. Am gestrigen Abend empfing US-Präsident Donald Trump Überlebende und Angehörige der Opfer des Schulmassakers in Florida, bei dem am vergangenen Mittwoch 17 Menschen ums Leben kamen. In einer einstündigen Gesprächsrunde zeigten die Beteiligten vor laufender Kamera dem Präsidenten ihre Trauer, Schmerz und Wut und baten ihn größtenteils um eins: Schärfere Waffengesetze!

Einer von ihnen war Samuel Zeif. Der 18-Jährige verlor beim Massaker  seinen besten Freund. Unter Tränen erzählt er: „Stark soll ich sein. Aber das ist schwer. Ich weiß nicht, wie ich diese Schule jemals wieder betreten soll. Mein bester Freund ist tot. Ich könnte aber immer noch einen Laden betreten und eine Waffe wie die AR-15 kaufen?“. Auch Andrew Pollacks, dessen Tochter von Nicolas Cruz erschossen wurde, feuerte harte Worte gegen die aktuellen Waffengesetze. „Ich darf keine Wasserflasche mit an Bord eines Flugzeugs bringen, aber jemand kann mit einer Waffe eine Schule betreten?“

Aussagen, die nicht nur zu Tränen rührten, sondern Trump in die Enge trieben. Denn bislang äußerte er sich wenig über mögliche Änderungen im Waffengesetz.

Während des Gesprächs kamen viele Ideen zur Änderung des Waffenrechts in den USA zustande. Doch die meisten sind besonders für die Betroffenen alles andere als befriedigend.

Neben Präventionen wie psychologische Betreuungen an Schulen oder mehr Schul-Initiativen für ein friedliches Miteinander, sympathisiert der Präsident besonders mit einer Idee:

Mehr Waffen für mehr Sicherheit

So könnten Lehrer und Schulangestellte künftig mit Waffen ausgerüstet werden. Die Waffen sollen versteckt getragen werden und könnten zur Abschreckung möglicher Taten dienen. „Wir werden uns das sehr genau ansehen“, so Trump. Das hätte jedoch das genaue Gegenteil der Forderungen zur Folge: Es gäbe mehr Waffen an Schulen als zuvor. Weiterhin wolle Trump die sogenannten „Background Checks“ verbessern. Dann wären beim Kauf einer Waffe genauere Details über die potenziellen Käufer notwendig.

Ob diese vagen Vorschläge eine ausreichende Annäherung des Präsidenten an hunderttausende Demonstranten in den USA sind, bleibt fraglich. Seit Tagen protestieren Schüler und Waffen-Gegner gegen die lockere Waffengesetze. Eine Situation, die Trump auf Dauer nicht ignorieren kann. Doch vorrangig scheint er weiterhin ein Ziel zu haben: Er will seine Wähler, die größtenteils Waffen-Sympathisanten sind, nicht verärgern.

  • 18.02.2018
  • 10:27 Uhr

Wutrede gegen Trump: Schülerin geht viral

Die 18-jährige Schülerin war selbst an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland.

Die Debatte um die laschen Waffengesetze in den USA ebbt auch drei Tage nach dem Amoklauf von Parkland nicht ab. Eine junge Überlebende sorgt jetzt mit einer Wutrede gegen US-Präsident Donald Trump für Aufsehen. Bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale nimmt es Schülerin Emma Gonzalez nicht nur mit dem Präsidenten, sondern auch mit der US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) auf sich. Nur wenige Stunden nach ihrer Rede ging das Video viral – auf Twitter  wurde ihr Name zu einem der Hauptschlagwörter.

Die 18-Jährige kritisiert Trump dafür, im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Gelder der NRA angenommen zu haben und fordert striktere Waffengesetze.

„Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der National Rifle Association bekommen hat. Ich weiß es: 30 Millionen Dollar“, brüllt Gonzales ins Mikorofon.

Außerdem weist sie Trumps Kritik zurück, wonach Nachbarn und Schüler die Behörden nicht rechtzeitig vor dem Schützen Nikolas Cruz gewarnt hätten. „Das haben wir immer und immer wieder getan“, so Gonzalez.

 

 

 

Trump äußert sich erstmals zu Waffengesetzen

Nachdem Trump tagelang der Diskussion aus dem Weg ging, postete er jetzt auf Twitter ein erstes Statement zu den US-Waffengesetzen. Demnach hätten die Demokraten zu Beginn der Amtszeit von Barack Obama versäumt, schärfere Gesetze zu erlassen. Sie hätten ihre Mehrheit im Kongress nicht genutzt. „Sie wollten es nicht und jetzt reden sie nur“, twitterte Trump.

 

  • 17.02.2018
  • 17:56 Uhr

Florida: Hätte Amoklauf verhindert werden können?

Schon im Januar war das FBI vor dem Täter gewarnt worden.

Nach dem Amoklauf von Parkland gesteht das FBI nun ein: es gab einen Anruf mit Hinweisen auf den späteren Täter. Es wurde auf die Waffen-Vernarrtheit von Nikolas Cruz hingewiesen und darauf, dass er einen Anschlag plane. Das FBI erklärte, der Anruf sei nicht weitergegeben worden. Man habe nicht weiter ermittelt.
Bereits im vergangenen September soll das FBI einen Hinweis auf Cruz erhalten haben. Es ging dabei um einen Kommentar unter einem Youtube-Video, in dem der Verfasser prahlte: „Ich werde ein professioneller Schul-Attentäter sein.“
Es habe allerdings weder Hinweise auf eine Zeit, einen Ort oder die wahre Identität des Verfassers gegeben, sagte FBI-Ermittler Robert Lasky vor Reportern. Man habe nicht herausfinden können, wer den Kommentar verfasst habe.

US-Präsident Trump besuchte Opfer

Währenddessen besuchten US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melanie am Freitagabend Überlebende der Highschool. In einer Klinik in Pompano Beach sprachen sie mit Opfern, Ärzten und Pflegern.

Am Mittwoch hatte Amokläufer Nikolas Cruz an seiner Ex-Schule mit einem Sturmgewehr um sich geschossen und 17 Menschen getötet.

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